eBook-Reader

Was kann ein eBook nicht?

28. November 2011 // 12 Comments

Die meisten eBook-Projekte scheitern in Verlagen daran, dass Hersteller, die in InDesign, QuarkXPress oder LaTeX denken, ihre Vorstellungen einfach nicht als eBook umgesetzt bekommen. Einerseits liegt das daran, dass Verlage – und da merkwürdigerweise vor allem die Hersteller – keine Vorstellung von eBooks haben. Wie ich schon vorletzte Woche in dem Artikel „Was kann ein eBook überhaupt?“ schrieb, sind eBooks nun mal keine Bücher! Aber ein weiterer Grund ist, dass eBooks wirklich grundlegende Elemente der Typographie und des Buchsatzes nicht beherrschen, was ein Armustzeugnis für eReader-Hersteller und eBook-Shops ist!

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Zusammengefasst

Die meisten eBook-Leser nehmen eBooks nicht für voll, weil sie unglaublich fehlerbehaftet sind und bereits von der Gestaltung her mit einem gedruckten Buch nicht mithalten können. Das liegt jedoch nicht an den Büchern selbst. Die meisten Verlage machen sich unglaublich viel Mühe mit ihren Werken. Es liegt einzig und allein daran, dass die eReader-Hersteller bzw. -entwickler falsche Prioritäten setzen. Statt eine solide Silbentrennung zu entwickeln, basteln sie an effekthascherischen Umblätteranimationen. Damit eBooks tatsächlich einen Absatz finden, müssen Verlage ihre Ansprüche bei den eReadern durchdrücken. Immerhin tun sie das bei den Druckereien auch. Continue reading

eReader in freier Wildbahn: Rheumapraxis

8. November 2011 // 0 Comments

Mein erster nicht überraschender, aber sehr interessanter Fund fand in der Rheumapraxis statt. Da saßen doch glatt zeitgleich DREI Patienten mit eReadern im Wartezimmer. Präsentiert wurden zwei Oyo und ein Kindle.

Rheuma ist ein sehr weiter Begriff, und zu einem Rheumatologen kommen Patienten mit sehr unterschiedlichen Beschwerden, gemeinsam haben sie aber alle, dass ihr Bewegungsapparat, also hauptsächlich die Gelenke, nicht mehr so funktioniert, wie er sollte. Daraus ergeben sich vor allem Gehbehinderungen und Einschränkungen in der Motorik der Hände. Und genau hier kommen die eReader ins Spiel. Continue reading

Was kann ein eBook überhaupt?

7. November 2011 // 1 Comment

Einfache Frage, komplexe Antwort. Ein eBook an sich kann extrem viel, aber es wird durch „Was ist sinnvoll?“ und „Was ist allgemein kompatibel?“ extrem beschnitten.

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Zusammengefasst

Das was das eBook am Ende wirklich kann ist wenig, aber um so peinlicher ist es, dass die Verlage das wenige nicht einmal beherrschen, geschweige den im vollen Umfang nutzen! Die Frage sollte also nicht sein, wie bringe ich den eBooks mehr bei, sondern wie optimiere ich meinen Inhalt auf die Verwendung als eBook! Continue reading

Kindle und die deutsche Sprache

12. Oktober 2011 // 0 Comments

Juhu! Der Kindle hat Deutsch gelernt!

Der neue Kindle 4 wirft seine Tastatur ab und lernt Deutsch. Amazon nutzt das natürlich sofort als Werbeaufhänger, um den neusten Spross der eReader-Familie für 99€ anzupreisen. Doch was ist mit dem Kindle 3? Immerhin ist dieses Gerät erst seit einem halben Jahr auf dem deutschen Markt und wurde im März mit der großen Shop-Eröffnung mächtig beworben? Ja, was soll damit sein? Der ist Makulatur! Es ist Herbst, Kinder, wer wird sich da um das Frühjahrsprogramm kümmern!

Ne, Moment!

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Ränder im ePUB

15. Juni 2011 // 0 Comments

Beim Buchsatz ist dies einer der ersten Schritte: Einstellung des Papierformats und Ausrichtung des Textspiegels. Im Buchsatz ist dies eine wahre Kunst und kann auf verschiedene Arten berechnet und konstruiert werden. Beim eBook ist dieses ... mehr

Armutszeugnis: WebKit-basierter Browser vs. MOBI-Anzeige

1. Juni 2011 // 0 Comments

Es geht mal wieder um den Kindle. Diesmal um einen Gedanken, auf den ich von alleine nie gekommen wäre, was auch dazu führte, dass ich den folgenden Artikel auch zuerst nicht begriffen habe: Kindle typography auf dirigibleflightcraft

Der Artikel erklärt zuerst das bereits bekannte Problem des nicht vollständigen Blocksatzes bei Kindle in der MOBI-Ansicht, also der Hauptfunktion des Geräts. Er hält auch fest, dass es keine Möglichkeit gibt, auf die eigentlich im HTML vorhandenen Funktionen zur Absatzgestaltung und Worttrennung zuzugreifen.

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Dadurch, dass der Kindle auf eine solche Seite nicht mit der verkrüppelten MOBI-Anzeige zugreift, sondern mit dem modernen WebKit-basierten Browser, hat der Autor hier die absolute Macht über sein Dokument, denn ihm steht nicht nur das vollständige HTML-Arsenal zur Verfügung, er kann auch CSS3 und JavaScript nutzen!

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Kein Twitter für Deutschland

28. Mai 2011 // 3 Comments

Ja, ich weiß, sicher steht es irgendwo auf Amazon.de, aber da steht viel, und ja, ich habe mich schon oft genug darüber beschwert, dass der Kindle nicht europafreundlich ist. Aber das muss ich doch noch mal explizit verkünden: Am Ende ... mehr

Kann man eInk scannen?

27. Mai 2011 // 0 Comments

Fazit: Ja, man kann eInk wie normales Papier scannen, solange das Gehäuse des Geräts flach genug ist und die Auflösung des Scanners hoch genug. Schade ist nur, dass dieser Umweg überhaupt nötig ist, da man ja eigentlich für eine digitale Datei bezahlt hat und eigentlich auch das Recht haben sollte, alle ihre Vorteile, also auch die bequeme Zitierbarkeit zu nutzen. Continue reading

Zwangsshop-Prinzip

26. Mai 2011 // 0 Comments

Das Gerät selbst generiert dadurch, dass man es – einmal angeschafft – nutzen möchte, Gewinne für Amazon.

Näher auf dieses Phänomen machte mich die Leseprobe zu „Bücher gratis für iPhone, Kindle & Co“ von Maximilian Buckstern (Im Kindle Shop) aufmerksam. Der Autor verweist dort in seiner Einführung auf die Shop-eigenen eBook-Reader, die angeblich die Konkurrenzfähigkeit der entsprechenden Buchanbieter fördern sollen. Der Gedanke ist dabei gar nicht so neu. Microsoft sichert sich auf diese Weise seit Jahren seine Vormachtstellung. Liefert man dem Kunden das „nackte“ Gerät, zwingt man ihn, sich mit den Möglichkeiten und Alternativen bei der Nutzung auseinanderzusetzen, liefert man aber ein vorjustiertes Gerät, werden sicher 70% der Käufer zu faul sein, etwas anderes zu nutzen, als das, was das Gerät nun mal mitbringt. Bei eBook-Readern ist dies der voreingestellte Shop und damit eine Nabelschnur zum ursprünglichen Verkäufer, der damit eine technische Kundenbindung erzielt. Gerade in Deutschland mit der Buchpreisbindung ist diese Abhängigkeit 100%ig, denn habe ich mich erst einmal dazu entschieden, ein eBook zu kaufen, bestimmt mein Lesegerät, wo ich es tue.

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Aus Faulheit fügt man sich dem Zwangsshop-Prinzip und wird so zur gemolkenen Kuh eines Online-Buchhändlers, der damit langfristige Kundenbindung erzielt, sicher nicht nur im Rahmen des eBook-Verkaufs, denn immerhin entsteht durch Nutzung Gewohnheit, die sich dann auch in Printbuch-Käufen äußert. Das steigert sicher auch die allgemeinen Gewinne merklich. (Vgl. „Mitglieder, die einen Nook besitzen, kaufen insgesamt 60% mehr Bücher und geben im Durchschnitt 120% mehr Geld bei B&N aus“ B&N-Chef Len Riggio, frei zitiert nach Buckstern) Continue reading

Amazons Kindle ist kein Europäer

21. Mai 2011 // 0 Comments

Kindle ist das Beste! Für den anglo-amerikanischen Markt mag das ja auch stimmen, doch komischerweise betrachten die meisten Vergleiche das Gerät nicht aus europäischer Sicht. Zwar wird oft das mangelhafte und bis April 2011 gar nicht vorhandene Angebot deutschsprachiger Titel im Amazon-Kindle-Store bemängelt, aber dieses hat mit dem Gerät und seiner völlig fehlenden Lokalisation ja nichts zu tun.

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Obwohl Kindle seit 2009 in Europa beworben und lanciert wird, ist das Gerät absolut nicht für den europäischen Markt vorbereitet! Die korrekte Anzeige europäischer Zeichen ist nicht bewusst implementiert, der Import europäischer Inhalte nicht einmal vom Zeichensatz her optimiert, die Eingabefunktion/Tastatur für Deutsch und andere europäische Sprachen völlig ungeeignet. Die Oberfläche der Gerätesoftware wie auch die webseitige Shop-Oberfläche sind nicht übersetzt. Das Benutzerhandbuch liegt nur in Englisch vor, und die Hilfeseiten zum Self-Publishing und die Kindle-Hilfe sind nicht lektoriert. Continue reading

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