Tolino – Ein Lichtschimmer in der Finsternis

Lange habe ich überlegt, ob ich ein Fragezeichen hinter die Überschrift setzen soll, aber ich WILL, dass Tolino funktioniert. Ein europäisches Produkt, von europäischen Firmen, für den europäischen Markt. Klar, es passt mir nicht, dass die Telekom die Finger im Spiel hat, aber seien wir ehrlich, einen anderen Partner gibt es für eine solche Größenordnung auch nicht, also Augen zu und durch.

Zum Gerät

Bisher habe ich nur die Werbung, doch da verspricht der tolino shine nichts spektakuläres. Kein Wort über Medienwiedergabe oder Vorlesefunktion, das stärkste Argument ist die Silbentrennung, beim aktuellen Stand der Dinge nicht zu vernachlässigen, aber jetzt nicht gerade revolutionär. Eigentlich ist die Werbung eher enttäuschend, denn der Amazon-Konkurrent setzt auf das Argument „Ist doch das gleiche“ und liefert eine Touchscreen-Bedienung mit nur einem einzigen mechanischen Knopf.

Ein gravierender Denkfehler, denn ein durchschnittlicher Leser schafft 200 bis 300 Wörter pro Minute bei durchschnittlichen Seiten auf einem eReader blättert er also 1,5 Mal pro Minute, dafür muss er bei dieser Bedienung entweder ständig die zweite Hand heben, oder das Gerät loslassen, da wir beim Lesen den Touchscreen steuernden Daumen zum festhalten brauchen, da das Gerät durch seine Größe nicht auf der Handfläche liegen bleibt, wie bei einem Smartphone. Da sind seitliche Tasten mit ausreichend Widerstand deutlich praktischer.

Doch die Software basiert auf einem Android-System, es ist also potenziell möglich das Gerät für die Entwicklercommunity zu öffnen und somit den Funktionsumfang zu erweitern.

Zum Medienformat

ePUB! SEHR vernünftig! Mehr kann man nicht sagen, wie der Austausch der gekauften Medien zwischen unterschiedlichen Geräten wirklich aussehen wird, entscheidet sich am DRM, aber mit ePUB als Medienformat und der TelekomCloud als shopunabhängiger Speicherebene sind die Weichen für mehr Freiheit bei den Endbenutzern gestellt.

Zum Medienangebot

300.000 deutschsprachige Bücher, zur Verfügung gestellt von den Projektpartnern Thalia, Weltbild, Hugendubel und Bertelsmann Club, das ist aktuell nicht viel und ob es sich wirklich durchsetzt, ist von dem noch zu kommenden  Selfpublisher-Portal anhängig, denn die Vielfalt, mit der Amazon aktuell punktet, kommt eher nicht von den Verlagen, sondern aus der Community.

Fazit

Ich setze meine Hoffnung in das Gerät und vor allem in das Shopsystem dahinter. Aber bislang ist es nur die Option auf eine Alternative und keine wirkliche Revolution des Marktes.

Links

Tolino shine bei thalia.de

Tolino Shine: Deutscher Kindle-Rivale bei Heise.de

Deutscher Kindle-Killer soll Amazon ausbremsen bei focus.de

Tolino Shine im Kurz-Test bei lesen.net

Tolino shine: Vorteile und Nachteile im Vergleich zu Amazons Kindle eReadern bei ebooks-autoren.de

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