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Grafiken auf eInk: 16 Graustufen

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Dies ist der erste Artikel der Reihe “Grafiken auf eInk”. Die Reihe wird fortgesetzt.

Eins der Dinge, die sich Verlage und Autoren bei eBooks schlecht vorstellen können, ist die Darstellung auf eInk-Geräten. Alles Digitale, was uns im Alltag begegnet, leuchtet. eInk nicht. Außerdem sind wir HD- und echtfarbenverwöhnt, daneben wirken eInk-Geräte mit ihren 4, 8 oder 16 Graustufen wie aus der Steinzeit. Dabei ist es wichtig, die Techniken nicht zusammenzuwerfen. eInk-Geräte sind keine Monitore, sie konkurrieren nicht mit Tablet-PCs oder Flachbildfernsehern. Sie sollen Papier nachahmen, und dafür reichen 16 Graustufen vollkommen.

Diese Tatsache muss jedoch bei der Herstellung bedacht werden, vor allem bei Sach- und Fachbüchern, die z.B. Diagramme enthalten. Eine ungünstig gewählte Farbkombination und schon geht in der eBook-Version Informationsgehalt verloren, weil man zwei Elemente nicht mehr unterscheiden kann. Aber auch das Cover muss mit den 16 Graustufen funktionieren, immerhin werden die Bücher hauptsächlich auf den Lesegeräten selbst gekauft. Es ist daher angeraten, vor der Auswahl der ins eBook aufzunehmenden Grafiken zu testen, wie sie in eReader-Grau aussehen.

Die tatsächliche Ansicht auf einem eInk kann man auf einem Monitor nicht nachstellen, weil Kontraste von der Helligkeit abhängig sind, und die Helligkeit wird bei einem Monitor vom Monitor geliefert, bei einem eInk von einer externen Lichtquelle. Daher ist eine Einschränkung der Farben über ein Grafikbearbeitungsprogramm nur eine ungefähre Näherung. Diese kann man verbessern, wenn man den Kontrastbereich einschränkt, also den “richtig weiß”-Bereich und den “richtig schwarz”-Bereich entfernt und nur den Mittelbereich in 16 Grauabstufungen aufteilt, denn ein eInk-Gerät schafft es nicht, das echte Weiß und das echte Schwarz anzuzeigen. Das liegt einerseits an der Technik, wird aber andererseits auch durchaus absichtlich nicht verbessert, denn für das Lesen sind ein nicht-weißes Papier und eine nicht ganz schwarze Schrift viel angenehmer. Der Kontrast muss zwar deutlich sein, darf das Auge aber nicht reizen.

Die nächste Frage ist, wie die Geräte die Farbinformationen umformen. Das Schlagwort hier heißt Dithering. Dies ist eine Technik, mit der Farbverläufe bei Farbreduktion abgemildert werden.

Man stelle sich 200 0,1mm breite Streifen vor. Der Streifen links ist ganz schwarz der Streifen rechts ganz weiß, die dazwischen sind grau, jeder Streifen ein anderes Grau, von links nach rechts hin immer heller werdend. Auf der Gesamtlänge von 2cm kann das Auge die einzelnen Streifen nicht wahr nehmen und würde einen sanften Verlauf von Dunkel zu Hell sehen. Nimmt man jedoch nur 20 Steifen, so müssen sie bereits 1mm breit sein, eine Spanne, die das Auge bereits wahrnimmt, und damit würden wir nicht mehr einen Verlauf, sondern 20 Streifen sehen. Wenn wir nur noch 4 Farben hätten, würden wir es noch nicht mal mehr mit einem Verlauf assoziieren. Bei nur 16 Graustufen passiert genau das, daher “verpixelt” man die Übergänge, mischt die Farben sozusagen, damit die optische Täuschung eines fließenden Übergangs entsteht.

Geradezu alle Reader nutzen Dithering, jedoch ist die Qualität der Umrechnung mal besser, mal schlechter. Daher sollte man sich die Bilder auch mal ohne Dithering anschauen, um zu sehen, wie es im schlimmsten Fall aussehen würde.

Auf dem folgenden Bild ist die gescannte Ansicht eines Farbverlaufs auf dem Kindle, darunter in roten Rahmen zwei Screenshots von Graustufenbildern derselben Vorlage, die jedoch auf einem Monitor generiert wurden. Der deutliche Farbunterschied ergibt sich durch den bereits erwähnten Kontrastunterschied. Des Weiteren sieht man deutlich, dass der Kindle den Farbverlauf zwar durch Dithering abmildert, jedoch nicht so gut, wie es in diesem Fall die Grafikbibliothek von JavaScript tut.

grafiken-auf-dem-kindle

Die unteren beiden Ansichten wurden übrigens von unserem kleinen Tool “Graustufenvorschau” erstellt, das wir rechts in der Seitenleiste zur Verfügung stellen. Es ist nicht optimal, einfach weil es nicht möglich ist, das Grauspektrum eines eInks auf einem Monitor darzustellen, aber es hilft, zu kontrastarme Bilder zu erkennen und vor einem eBook-Projekt zu verbessern.

Fazit: Es ist wichtig für die Abbildungen in eBooks, möglichst kontrastreiche Bilder zu verwenden, vor allem dann, wenn es sich um Diagramme oder Schaubilder handelt. Ist die Unterscheidung sehr wichtig, ist es besser, mit unterschiedlichen Mustern statt mit unterschiedlichen Farben zu arbeiten. Ist man sich bei der Eignung eines Bildes unsicher, sollte man es unbedingt im Voraus testen, mit einem Grafikprogramm, unserer “Graustufenvorschau”, oder am besten direkt auf dem Gerät.

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, den 17. Juni 2012 um 17:28 geschrieben und wurde unter der Kategorie Technisches abgelegt. Sie können die Antworten über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Sie können eine Antwort hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer eigenen Seite setzen.

 

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