E-Büchereien
Allerorten wird in letzter Zeit berichtet, dass die Verkaufszahlen bei den eBooks rasant zulegen, wenngleich eBooks einen verhältnismäßig geringen Anteil am gesamten Büchermarkt haben. Beim Ausleihen von eBooks scheint das allerdings anders auszusehen (nachzulesen bei pagewizz.com). Woran liegt das?
Grundsätzlich bieten sich zwei Alternativen an: der eBook-Service örtlicher Büchereien und reine Online-Leihdienste.
Wie man dieser Karte bei onleihe.net entnehmen kann, wird die Ausleihe von elektronischen Medien eher selten von Büchereien in kleineren Orten angeboten. Will man den eBook-Service einer gewöhnlichen Bücherei nutzen, benötigt man dafür auch einen gewöhnlichen Leihausweis. Wer also keine Bücherei mit entsprechendem Angebot in der Nähe findet, wird sich überlegen, ob es sich lohnt, dafür weite Wege zurückzulegen. Das Angebot selbst – sofern denn vorhanden – ist ausbaufähig. Um mal zwei Beispiele aus Nordrhein-Westfalen anzuführen: Münster und Köln haben 946 bzw. 1012 belletristische Titel, wovon jeweils ca. 50 bis 100 nicht für eReader geeignet sind. Dieser Anteil ist bei Sachbüchern noch ungleich höher (in Münster sind 353 von 1639 geeignet für eBook-Reader, in Köln 437 von 2453). Bei Tageszeitungen ist nachvollziehbar, dass es sich nicht lohnen würde, mehr als ein Pdf zur Verfügung zu stellen. Leiht man sich ein eBook aus, ist dagegen die Wahrscheinlichkeit groß, dass man nicht das gesamte Buch am Rechner sitzend lesen möchte. Auf der anderen Seite muss man dazu sagen, dass bei den eBook-kompatiblen Dateien eine ganze Reihe verschiedener Geräte unterstützt wird.
Bleibt die Möglichkeit, einen Dienst wie Skoobe zu nutzen. Die Auswahl bei diesem Leihservice ist etwas größer, kostet allerdings monatlich 9,99€ und bietet lediglich zwei Bücher pro Monat. Zudem ist für die Zahlung eine Kreditkarte erforderlich. Auch ein Manko: Das System erfordert das iOS.
Beide Leihmethoden sind also nicht ideal.
Diskussionsfragen
Ist das Ausleihen von eBooks überhaupt ein Geschäftsfeld?
Kann man eBooks zur Zufriedenheit aller Beteiligten verleihen?
Besteht daran überhaupt Interesse?
