Rezensionsexemplare als eBook?
Twitter hat uns gestern ein interessantes Projekt ins Haus geweht: Blogg dein Buch
Eine Schaltzentrale zwischen Verlagen und Bloggern, um Rezensionen zu bekommen und Rezensionsexemplare von Büchern zu verteilen. Eine gute Idee, weil sich die Verlage so nicht mehr mit den zig kleinen Blogs, die vielleicht wirklich nur an einem oder zwei Büchern des Verlages überhaupt interessiert sind, beschäftigen müssen, und die Blogger müssen nicht bei jedem Verlag einzeln beweisen, dass sie keine Schnorrer sind. Da nun auch O’Reilly die Teilnahme an “Blogg dein Buch” angekündigt hat, ist das Projekt auch für uns von type:area sehr interessant geworden, denn gerade Bücher zu aktuellen technischen Themen sind in der Anschaffung verdammt teuer, im Inhalt teilweise durchwachsen und von den Rezensionen her meistens völlig unterrepräsentiert, wodurch gezielte Anschaffungen schwierig sind.
Aber wieso muss es eigentlich gleich das 500kg schwere Fachbuch als gedruckte Ausgabe sein? Ich persönlich wäre für ePUBs oder zumindest PDFs viel dankbarer. Vor allem, wenn ich das Buch rezensieren soll. Fachbücher liest man selten vom Anfang bis zum Ende, was Rezensionen jedoch schnell verfälscht. Ein Grund dafür ist, dass sie unendlich unhandlich sind. Auch für die praktische Anwendung wäre eine digitale Version, in der man z.B. suchen kann, viel bequemer und würde viel schneller zu einem begründeten Urteil über die Funktionalität des Werks führen.
Na ja, und ganz simpel: Für die Verlage wäre es günstiger, und der Rezensent müsste für die ganzen Bücherregale nicht anbauen. Ich muss zugeben, dass ich erst neulich einen ganzen Schwung veralteter Technikbücher der Papiertonne anvertraut habe. Es brach mir das Herz, aber ein Red-Hat-Linux-Handbuch von 2006 ist nun einmal nicht mehr zu verwenden. Die Aktualität des Inhalts reicht in diesem Bereich nicht im geringsten an die Lebensdauer des Materials heran. Speicherplatz auf der Festplatte habe ich hingegen immer genügend.
